Ein Rundgang durch die Sankt Nikolaus - Kirche

Der Besucher, der die Kirche durch den Haupteingang betritt, findet im Vorraum zur Rechten ein Mosaik und Graffito der Gottesmutter mit Kind aus dem 20. Jhdt., zur Linken eine Figur des hl. Joseph, als Schreiner erkennbar am Winkelmaß, vom Kevelaerer Künstler Leo Dierkes.

Rechts und links an der Wand neben dem Vorraum finden sich Weihwasserbecken, die den Gläubigen zum Kreuzzeichen einladen und an die eigene Taufe erinnern sollen. Von hier führt der Blick über das Taufbecken und den Osterleuchter im Mittelgang bis zum Altar.
Das Taufbecken steht im Eingang der Kirche, da die Taufe selbst Eingang in die Gemeinschaft mit Christus und in die Gemeinschaft der Christen, der Kirche ist. Der Fuß des Beckens ist Ende des 20. Jhdt. ergänzt worden, der Taufstein stammt von 1810. Er bildet ein frühes Zeugnis der Ökumene in Orsoy. Der reformierte P.H. Otterbein schenkte ihn der katholischen Gemeinde, da der Pfarrer beim Tod seiner Frau hatte läuten lassen. Sein Deckel trägt die Widmung: "P.H. Otterbein und G.H.T. Plenker; Eheleute; 1810."

Links und rechts neben der Altarinsel steht je eine Plastik des 20. Jhdt.: Die Gottesmutter mit Kind, eine naturalistische Arbeit, die eindrucksvoll die liebevolle Beziehung zwischen Mutter und Kind zum Ausdruck bringt und der heilige Nikolaus als Patron unserer Kirche aus dem Jahr 2001. Er ist im Stil des Barock geschnitzt und erkennbar an Mitra, Bischofsstab, Buch und Früchten. Hinter der Figur des hl. Nikolaus befindet sich das Chorgestühl aus dem 19. Jhdt. Beachtenswert sind die Unterseiten der Sitzflächen (Sedilien) mit 4 unterschiedlichen Fratzen.

Der Hochaltar stand bis zur Reformation in der jetzigen evangelischen Kirche, von dort wurde er in die Gasthauskirche übernommen. Er hat den Neubau der Kirche und mehrere Kriege überstanden. Der Hochaltar bildet den zentralen Blickfang der Kirche und ist auch kunstgeschichtlich ein bedeutendes Werk.
Als Flügelaltar wurde er im Mittelalter nur an hohen Festen aufgeklappt, so dass Leben und Heilswirken Jesu sichtbar wurden. Im Jahreskreis war der Hochaltar eingeklappt, und das Leben und Wirken des heiligen Nikolaus als Patron von Kirche und Gemeinde wurde sichtbar.
Den inneren Teil bildet der Brüsseler Schnitzaltar von ca. 1490/1510 mit der Darstellung von Leben, Tod und Auferstehung Christi. Die auch heute noch am Schnitzaltar befestigten beidseitig bemalten Innenflügel stammen aus der Werkstatt des Brüsseler Malers Colijn de Coters, der im letzten Drittel des 15. und zu Beginn des 16. Jhdt. in Brüssel tätig war.
Die Vergoldung und die farbige Fassung des Schnitzwerkes sind in weiten Teilen original erhalten und damit von besonderem kunstgeschichtlichem Interesse. Die Flügel wurden 1950-1952, die geschnitzten Werke 1967-1974 umfassend restauriert. Eine erneute Restaurierung ist notwendig und wird vom Landschaftsverband Rheinland erwogen.
Der Hochaltar beschreibt das Leben und Heilswirken, vor allem das Leiden, dem Tod und die Auferstehung Christi. Die Außenflächen beschreiben das Leben des heiligen Nikolaus als Patron dieser Kirche und Gemeinde.
Die vom Meister selbst gestalteten Außenflügel hängen an den linken und rechten Seitenwänden der Kirche. Ob sie ursprünglich zu diesem Hochaltar gehörten, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
Die Malereien stammen ebenfalls aus der Zeit um 1490-1500. Sie zeigen auf der Vorderseite oben die vier Evangelisten, unten die vier Kirchenväter der Westkirche, auf der Rückseite zeigen sie die vier sogenannten Kölner Marschälle, die während des späten Mittelalters besonders im Bereich der Diözese Köln sehr verehrt wurden. Bis zur Säkularisation gehörte Orsoy und die Gemeinde St. Nikolaus zur Diözese Köln. Seitdem gehört St. Nikolaus wie der gesamte Niederrhein zum Bistum Münster.

St Nikolaus Kirche 
St. Nikolaus Kirche

St Nikolaus Altar

St. Nikolaus Altar

St Nikolaus Taufbecken

St. Nikolaus Taufbecken

 

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